reichweiter

Menschen, Medien, Eimerketten

Aufklärende Dokumentationen

… im öffentlichen Rundfunk

Bildung und Kultur, da besteht ein Zusammenhang, kein Zweifel, sagt selbst 3sat in der Kulturzeit 🙂

Politische und gesellschaftliche Bildung im Fernsehen, und deren politische Relevanz mache ich hier zum Thema.

Ich stelle auch die Hypothese auf, dass in den öffentlichen-rechtlichen Spartenkanälen ein erstaunliches aufklärerisches Potenzial zu finden ist.

Öffentlich-rechtliche Medien standen bisher im Verdacht, staatstragendes, systemkonformes und -erhaltendes Programm zu verbreiten – egal, ob
Radio oder TV – und by the way, das verbreiten sie auch immer noch.  – aber:

„Almanya – Willkommen in Deutschland“

zufällig platzt in meinen Vortrag auf sat1 heut abend der Film „Almanya“ rein – und das bedarf schon wieder einer ganz anderen Behandlung – obwohl ein verwandtes
Thema – aber mit weit höherem Unterhaltungspotenzial – Bildung und Wirklichkeit kann auch um einiges leichter vermittelt werden, auch ohne alle Zuschauer auf kleinste gemeinsame Stulle zu biegen, das Erzählen von Alltagskleinerlebnissen kann jede Menge Erfahrungen/Bildung weitergeben – das Fremdeln, die verfremdete Sprache, wenn Türken Deutsche erstmals hören, is echt witzig, die klingen auf einmal wie Dänen für mich Deutschen 🙂 Integrations- und Identitätsbearbeitung in einem lockeren, aber verständlichem Ton !

und das verstehen nicht nur die sog. Intellektuellen!

(zum Abschluss einer der vielen Werbepausen kommt: jetzt geht’s weiter mit Dr. Oetkers Rhabarber-Grütze – das ist ja wohl der eigentliche Problemfilm !

das erste Weihnachten in „almanya“: plüngdängdüng plöngelingdäng döng …  🙂 manchmal macht es einfach nur eine gut erzählte Geschichte.

Was wollte ich über die Dokus sagen?

wie war ich vom Weg abgekommen? stimmt, ich wollte mich eigentlich über die guten Dokus auf phoenix et al auslassen – dass da erstaunlich systemkritischer und gesellschaftsverändernder Inhalt verbreitet wird. ziemlich unverblümt werden die Fehlentwicklungen aufgezeigt, wie an einer Perlenkette aneinandergereiht, sei es gesunde Nahrung, fair trade, Konzernmachenschaften – Steuerhinterziehung, eigenes Konsumverhalten, Teilen statt Haben, fracking, planet exploitation, die ganze Geldwirtschaft wird auch schon gern mal (wenn auch nur in einem fragendem Schlusssatz) in Zweifel gezogen – und es wiederholt sich, auch auf arte, 3sat,,zdf-info, manchmal auch auf ntv oder n24 (naja), selbst die privaten ziehen mal ne kritische Woche auf – ich nenne das:zielgruppen-orientiert, die Jugend – bzw. die fortgeschrittene Jugend (unter 40 würd ich mal sagen) – hier, bei Phoenix, treibt sich da quotentechnisch aber nicht wirklich viel rum, wie auf arte, 3sat, zdf-info, ntv oder n24 … hm, bedenkliche kongruenz – ist politisches Bewusstsein nur marginal ? randgruppenspezifisch? muss man dafür schon erstmal gebildet und deutschlandfunk-affin ins Bürgerliche geboren sein?

ich kann es mir leicht machen und sagen: TV seit spätestens 1985 macht zunehmend dumm. die Begeisterung für Mario Barth wurde dem Zuschauer nur antrainiert. die tragende Leitkultur (des Fernsehens) ist: bleibt dumm und konsumiert. Und falls es dann nicht mehr so rund läuft wie geplant, und zu Reibungen an der Wirklichkeit kommt: seid bitte nicht so offensichtlich rechtsradikal.

Wieder ein Text mit mehr Fragen als Antworten, obwohl die Antworten bieten doch die erstaunlichen Dokus im öffentlich-rechtlichen Rundfunk – nur haben die so eine schwache Quote.

daher: bleibt bürgerliches Bewusstsein einfach elitär? oder brauchen wir alle nur Abitur?

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2 Kommentare zu “Aufklärende Dokumentationen

  1. smilehelper
    24/05/2013

    Och, menno, ich hatte einen guten Kommentar verfasst und das Senden hat nicht geklappt. 😦 Deshalb hier erstmal nur meine Doku/ Reportage-Favoriten: 37° (ZDF), Hautnah (WDR), Herr Eppert sucht…, Wild Germany (beide ZDFneo)

  2. tobiastwain
    13/06/2013

    Na ja, Georg, ein Stuttgarter Gymnasiallehrer, fragte mich mal, ob ich es für möglich hielte, dass wir im Ex-Osten nach der Wende plötzlich so viele Nazis hatten, weil in der DDR nur etwa 12 % aller Schüler Abitur gemacht haben. Halte ich für möglich.

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