reichweiter

Menschen, Medien, Eimerketten

Fahrstuhl zum Endlager

Alexander Gerst und das Atommüll-Endlager –

Jetzt geht es los mit der Kommission, die nach Gorleben andere Standorte für ein sicheres Atommüll-Endlager sucht.

Eine grosszügig mittelfristig angelegte Kommission wird das ! die ersten umsetzbaren Ergebnisse werden gegen 2032 erwartet – da will ich auch nen Platz, das klingt nach sicherem Einkommen und früher Gildenbildung!

aber es fing ja bereits mit dieser irrationalen Aussage der meisten Nachrichtensprecher/Innen an, dass diese Kommission sich auf die Suche nach einem Ort macht, wo man den Atommüll für die nächsten anderthalb Mio. Jahren sicher verbringt.

Das ist ja die absurde Zentralaufgabe dieser Kommission.

Meine Abkürzung:

Praktisch denke ich, das optimale Endlager für radioaktive Rückstände liegt in der Sonne, die lebt doch von Radioaktivität. Also schiessen wir den Müll in die Sonne, demnächst, wenn die technischen Voraussetzungen dafür entwickelt worden sind. voraussichtlich im Laufe der nächsten 50-150 Jahre. Dadurch brauchen wir auch erstmal nur mittelfristig zeitlich überschaubare Zwischenlager, sagen wir mal für die nächsten 100-200 Jahre, wird ja allen Beteiligten entgegenkommen – aber mit der Klausel, dass der Müll sicherer als bisher, und gleichzeitig für eine Verschiffung in die Sonne besser vorbereitet gelagert wird.

Die Technik dahinter

Als Technik denke ich an den von Arthur C. Clarke erfundenen Fahrstuhl ins Weltall, wird ja daran gearbeitet, so unbekannt ist der Technikansatz nicht, da kann wirklich bald etwas entstehen (vor allem, wenn man u.a. im Hinblick auf realistische Atommüllentsorgung in diese Weiterentwicklung  massiv investiert).

japanese elevator concept.

 

Diese Fahrstühle machen das Thema Endlagerung zu einem händelbaren Problem, machen es sogar zu einem „Neben“problem. Weil ausser radioaktiven Müllcontainern auch alle anderen Sachen in den Orbit geschafft werden können. Zu einem Bruchteil der Kosten (und Umweltverträglichkeit) gegenüber den üblichen Festraketenstarts.

Mit guter Mathematik gibt man den Castorcontainern einen kleinen Schubs, ne Initialzündung, ein bisschen Dampf, und schickt sie auf eine sichere Reise in die Sonne, kann ja von mir aus auch 2 oder 3 Jahre dauern, wenn’s der Energiebilanz dient und den bis dahin existierenden Shuttle-Service nicht beeinträchtigt. also bitte nicht den Müll einfach nur irgendwo hinschiessen, damit er sich zum ganzen anderen bereits existierenden Weltallmüll dazu gesellt, sondern bitte sauber und final in die Sonne.

Der Anreiz

Da können sich viele ne goldenen Nase dran verdienen, nicht nur die Kommissionsmitglieder – sowas kann ja durchaus einen wirtschaftlichen Anreiz bieten.

das ist mein Vorschlag an die Kommission zur Endmülllager-Suche: mittelfristig sichere Lager finden/konstruieren, die dort vorbereitend auf die eigentliche Lösung sicher gelagert werden – für realistische 50-150 Jahre.

Das Hauptaugenmerk und der Grossteil der Gelder muss auf der gezielten Entwicklung dieser Fahrstühle liegen. weil relativ oder absolut gesehen, ist das die günstigste und endgültigste Lösung.

es gibt aktuell kein sicherstes Endlager für solch aggressiven Müll, nicht über einen Zeitraum von anderthalb Mio Jahren, nicht auf dieser Erde. Aber man versucht uns das glaubhaft zu machen, und intern spekulieren die Entscheider immer noch, man könne die Wartungskosten ja auf die Generationen der nächsten 5000 Jahre abwälzen, weiter kann sich das sowieso keiner vorstellen … aber mit 5000 Jahren hat man an der Halbwertzeit ja nur gekratzt.

Die Vision ist die Lösung

Das ehrgeizige Ziel von JF Kennedy, innerhalb von 10 Jahren einen Menschen auf dem Mond landen zu lassen, hat für einen Ehrgeiz, eine Vision, Unmengen von Gelder für die Entwicklung freigemacht, und ausser zum Mond zu fliegen, gab es noch jede Menge side-effects, kommerzielle, zivil nutzbare Beifänge –

Hier geht’s konkret nicht zum Mond, obwohl das würde dadurch auch leichter, sondern um eine Vision, in der das  vordergründige Grossproblem, die Endlagerung, fast nebenbei und trotzdem am saubersten gelöst wird.

Natürlich können wir noch die nächsten 20 Jahre die Kommissionshunde über unseren Planeten schnuppern lassen, aber was Sicheres, und wenn nur für die nächsten 2000 jahre , werden sie glaubhaft nicht präsentieren können – anhand dieser Erkenntnis wäre es einfach nervig, wenn mir altgediente Kommissionäre dann in 2032 so etwas Vorhersehbares erklären würden.

Die WM und der Astronaut

Ab Mitte Juni dreht der Globus erst mal wieder hohl – ganz andere Leidenschaften – archaische Stadienkämpfe, nicht olympisch, sondern Fussball – dem stehe ich in der kollektiven Begeisterung etwas ratlos gegenüber – soll heissen, falls es jemanden interessiert: ich tausche hiermit den nationalen Aufmerksamkeits-Joker „Jogi Löw und die gesamte Nationalmannschaft“ gegen unseren aktuellen Astronauten Alexander Gerst, der im nächsten halben Jahr auf der internationalen Raumstation vielleicht auch ein bisschen an Nanoröhren oder der Endmülllager-Suche schraubt.

Ich werde verfolgen, was er erzählt, und wenn er über die WM twittert (wird wohl nicht ausbleiben), dann werde ich es ertragen. und wenn die Selektion von Brasilien (oder Deutschland) in der Vorrunde ausscheidet (worst case), dann wird es meinen Alltag auch nicht beschweren.

Macht Grundlagenforschung, findet neue Komponenten, mit denen sich ein Fahrstuhl ins All bald ermöglicht, weil das ist eine sinnvolle Lösung, die sich auch rechnet.

Advertisements

3 Kommentare zu “Fahrstuhl zum Endlager

  1. tobiastwain
    29/05/2014

    Mensch reichweiter, bist Du unter die Naturforscher gegangen?! 😉 WIe ist das denn mit dem Fahrstuhl ins Weltall – können wir da auch die religiösen Fundis entsorgen?

    • reichweiter
      30/05/2014

      Hi Tobi, näheres zum Stichwort „Weltraumlift“ gibt es wie so oft erstmal auf wikipedia, nutze die links, u.a. erfahre ich dort auch, dass Arthur C. Clarke den Lift natürlich nicht erfunden, sondern diese Idee – wie manche andere – nur literarisch-visionär verarbeitet haben.

      Diese Atommüll-Endlager-Kommission finde ich aber wirklich absurd, dieses Gesetz haben sie im Bundestag kurz vor der Sommerpause (zähneknirschend?) durchgepaukt (am 22. Mai).

      In der Berliner Zeitung hab ich dazu 3 Artikel kurz vor und kurz nach der Gesetzesgebung gelesen – da steht was von „in 2 Jahren müssen die Kriterien stehen“, bis 2032 muss das Endlager gefunden sein, und vor 2050 oder 60 wird da realistisch nirgendwo eingelagert … die ursprünglich genannte Zeitspanne von 1,5 Mio Jahren wird gar nie erwähnt – das muss wohl an der Nähe zum Regierungsviertel liegen ^^ – im Deutschlandfunk (printversion im Netz) gehen sie wenigstens _etwas_ kritischer damit um – und schrauben die Lagerzeit wenigstens auf „für etliche Jahrtausende“ hoch. Schon etwas ausgewogener…

      Also glaube mir, Tobi, dieser Fahrstuhl kann gebaut werden, wenn es gewollt wird. Und dann können natürlich auch Fundis aller Art entsorgt werden, auch wir selbst (besonders, wenn wir bis dahin z.B. keine demokratischen Mehrheiten mehr brauchen).

      Aber im wesentlichen sollte das ein mittelfristig-utopischer Text über ein weiteres Weltraumabenteuer sein, über ein teures Unterfangen, das wahrscheinlich für die konkrete Endlagerung mehr leistet, als die Unmengen von Ingenieurs- und Kommisionsgehälter, Gutachten usw., die da in den nächsten 20 oder 30 Jahren auflaufen werden.In 2050 wird es kein sicheres Endlager geben, aber ne Menge Leute, die bis dahin ihr sicheres Einkommen hatten.

      Ich finde das eine falsche Budgetierung – und einen Schildbürgerstreich !

      • tobiastwain
        04/06/2014

        Hast Recht. Mir schien die Sache zunächst absurd, weil sie mir unbekannt war. Haste mich also AUFGEKLÄRT – Bienchen! Meine Reaktion ist der flapsige Kommentar eine Sekunde nach der ersten Lektüre und eine zehntel Sekunde vorm wieder wegklicken. Wir nehmen uns ja manchmal kaum noch Zeit für sowas, weil wir an die Möglichkeit vernünftiger Politik oder Wissenschaft kaum noch glauben. In diesem Falle: mea culpa! Nun, nach eingehenderer Beschäftigung damit, sehe ich, dass es viel weniger absurd ist, als nach Millionen Jahre sicheren Lagerstätten zu suchen. Der Punkt geht also an Dich 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 29/05/2014 von in Geopolitik, Polemik, TV Watch und getaggt mit , , , , , , .
Paul Fehm

Literarischer Blog Heidelberg

Hola Spanien

Politik und Wirtschaft in Spanien

%d Bloggern gefällt das: