reichweiter

Menschen, Medien, Eimerketten

Statt Gaza

eigentlich wollte ich mein Gaza-Medien-Screening von vor 3 Tagen publizieren, aber ich verhedderte mich, und jetzt veröffentliche ich das:

Mein Medienkommentar zum 11. August 14, ein Montag:

Erdogan appelliert ab heute, alle Unstimmigkeiten in seiner Türkei hinter sich zu lassen, und einen Neustart (unter seiner Riege) zu wagen – also:

Gezi-Proteste: schwamm drüber, Armenischer Genozid: Schwamm drüber – kemal atatürk: schwamm drüber … wenn sich jemand – genau wie Putin – nach mehrjähriger Ministerpräsidentsschaft ein erneutes und erstarktes Präsidentenamt zusammenschustert und (wahrscheinlich) entsprechende Verfassungsänderungen in die Wege leitet … naja, das klingt nicht wirklich nach einer gewohnten Demokratie. wenn die Türkei ihn als Wirtschaftbeschleuniger des eigenen Landes wiederwählt, klingt das auch nach Frau Merkels Erfolgsgeschichte.

Neonazis in der Ukraine

in der Ukraine gibt es erste Kontakte für eine gemeinsame Waffenruhe, um humanitäre Hilfe zu leisten – heute in den Medien ein interessantes Detail, dass bei den Separatisten auch separate Neonazis mitmischen

und irgendwie klingt ein Hauch durch, als wenn Putin die Separatisten etwas im Stich lässt – so kann man es einerseits nennen, vielleicht ist es auch ein Einlenken, dass dieser Konflikt einfach zu nichts als Schwierigkeiten führt – nicht, dass Putin die europäischen Sanktionen als zu bedrohlich findet, sondern dass dieses Hochgeschaukel für beide Seiten zu Nichts ausser Verlusten führt – ich fände das ja gut, wenn eine überlegte Einsicht zu einer vernunftorientierten Einsicht führt.

auf einmal Irak

Im Nordirak ist nun der neue Brennpunkt – als käme er aus dem Nichts – aber hier trauen sich alle wieder beizutragen, Waffen schicken, Bombardierungen fliegen, Worte markig klingen lassen – Genozid, humanitärer Einsatz, böser, unbekannter Feind (das bisher fast noch gesichtslose Bild des Islamischer Staatsfeindes … inwiefern ist das wirklich alles neutrale Berichterstattung, wann wird es Propaganda?

Es gibt auch Bible-Belt-Fundamentalisten

Gestern fand ich es im Weltspiegel dann fast erfrischend, als über das neue Minirock-Verbot in Uganda berichtet wurde – nachdem das Homosexuellenverbot, ein Gesetz, vom ugandischen Verfassungsgericht zurückgezogen wurde … entscheidend war der Hinweis, dass diese Gesetzgebungen in Uganda nicht durch irgendeine Sharia oder islamische Fundamentalisten gepushed wird, sondern durch amerikanische Missionarskirchen, die mit viel Geld aus den Staaten anscheinend in den gewohnt dominierten armen Ländern einen Gegenfundamentalismus aufbauen.

Und wer sich etwas auskennt mit der Rolle der christlichen Missionierung in Afrika, weiss, dass die Pfaffen, bzw. ihre übergeordneten Richtungsweiser sich in Afrika nix mit den Taliban schenken Christliche Missionierung arbeitet seit ca 200 nochwas Jahren in Afrika, der Islam ist gut 200 Jahre früher dort angekommen – hat aber auch nicht wirklich so einen Kulturstress, ein Glaubensdiktat, aufgemacht wie die jetzigen Muslimfundamentalen.

Rückschritt ist der gesuchte Fortschritt

heute scheinen sich aber sowohl die Biblebelt-Christen als auch die Islamfundamentalisten in einem wahren Wettbewerb um die Rücknahme aller aufklärerischen Menschheitswerte zu befinden – Im Glauben an das gemeinsame Mittelalter sind sie vereint – so stehen sich islamische und christliche Fundamentalisten gegenüber – frei nach dem Motto: Rückwärts geht immer – Dabei könnten die beiden Gruppierungen sich mit ihren Einstellungen doch wirklich zusammen schliessen, und ihre Schäfchen, Opfer, gemeinsam ins Alttestamentarische zurückführen – denn darum geht es beiden Seiten doch wohl am meisten: Rückführung in die guten alten Zeiten, als ein Mann noch ein Mann war, und eine Frau zu gehorchen, als alle Rollen sauber verteilt waren, und wir noch in irgendeinem goldenen kulturellen Wellness-Jahr lebten.

was für eine blöde Einstellung allgemein

in der heutigen Welt werden eben jede Menge überlieferte Werte infrage gestellt – und die Dominanz des Konsums, des Materialismus und des Egoismus sind in der Gegenwelle auch erstmal extrem hochgeschraubt (bedingen dringend besonderer humaner Korrekturen) – aber was fällt allen religiösen Systembewahrern als erstes ein? das Reset. ein Reset auf das alte Testament, auf den Koran – und beim Talmud kenn ich mich noch weniger aus, wird in seiner aktuellen fundamentalen retro-Auslegung auf nix anderes herauslaufen, als auf eine Gegend im Nahen Osten vor ca. 2000 Jahren …

in der Feindschaft sind wir uns einig

mir fällt wieder mal auf, dass dieses ganze Spannungsfeld religiöser Spannungen aus einer kleinen Ecke stammt – all diese Religionen (die Asiaten klammern wir mal aus) waren mal eine Wohngemeinschaft in einer kargen Wüstengegend  – und jetzt reiten nur noch machtinteressierte Seiten rechthaberisch und abstrakt auf irgendwelchen Privilegien herum. Die Alltagsfamilie, Frau, Mann und Kinder – das übliche Opfergewerk – werden dabei instrumentalisiert, um nicht zu sagen ( mit oder ohne Burka, mit oder ohne Zölibat): vergewaltigt und gefickt.

Eine menschliche Gesellschaft sollte lernen, ihre bisherigen Entscheidungsträger abzuschaffen. Eine menschliche Gesellschaft sollte lernen, ihr Leben nach eigenen Bedürfnissen aufzubauen. Eine menschliche Gesellschaft sollte sich von der heutigen Politik und Propaganda befreien.

Wie wäre mal ein Blick nach Vorne?

sich auf eine zukunftsorientierte, bessere, aufgeklärtere Zeit einlassen?

Ohne Hoffnung, Illusion oder Vision, sind diese Konflikthemen in ihrem ewigen Status quo aber einfach nur deprimierend.

 

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2 Kommentare zu “Statt Gaza

  1. tobiastwain
    13/08/2014

    Was soll ich groß sagen? Pflichte Dir bei und verschwinde wieder zu meinen Pralinen 😉 Tobi

  2. reichweiter
    14/08/2014

    Das ist z.B. ein Abnicker-Kommentar. Was soll ich damit anfangen? ich könnte zusammen mit dir deine Pralinen verkaufen gehen, dir sagen, dass die unmöglich schmecken, und anfangen, mit dir darüber zu streiten 🙂

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