reichweiter

Menschen, Medien, Eimerketten

Überbevölkerung und Ebola

Dan Brown’s Inferno-Roman, die TV-Serie Utopia von David Kelley, 12 Monkeys von Terry Gilliams, Ebola in der Gegenwart, in Afrika, meine eigenen mir sich selbst verbietenden Gedanken, und das mathematische Bevölkerungsgesetz von Thomas R. Malthus, ca 1798 …

es ist ein gruseliges Abwägen menschlichen Denkens – und doch wird es gedacht, momentan noch in Thrillern und Verschwörungsserien, aber auch schon in alten Charlton-Heston-Filmen aus den 70ern (Soylent Green) – und selbst ich habe mich schon bei der Suche nach der einfachsten Lösung erwischt, an eine grosse Seuche zu denken – die Pest, die in Europa im 12-14. Jahrhundert ein Drittel der Bevölkerung ausgelöscht hat, soll Grundlage für die Renaissance gewesen sein! Die spanische Grippe Anfang des 20. Jahrhunderts hingegen kam schon viel zu spät.

Überbevölkerung ist ein Fakt

Und heute nähern wir uns den 8 oder 9 Milliarden an Weltbevölkerung und wissen nicht, wie wir damit umgehen sollen – lakonisch gesagt, sterben in den heutigen Konfliktzonen einfach zu wenig! Die Überalterung der Gesellschaft durch verbesserte Gesundheitsvorsorge ist, im Grunde genommen, auch nur marginal.

Plötzlich taucht Ebola wieder auf, eine Krankheit, die es angeblich erst seit 1948 gibt, soll wohl heissen, seitdem ist sie bekannt – aber nun wird sie in den Medien hochgepushed, weil das ein mögliches Alarmärmchen für den Rest der Welt sein könnte – diese beruhigenden Worte aus den deutschen Epidemiezentren finde ich in ihrer selbstgefälligen Arroganz ja noch am schlimmsten. weil das Beruhigungstropfen sind und ich die Medien wieder bei einer Propagandalüge (wenn auch Zwecklüge) erwische. Und man sich bei einer weiteren Ausbreitung das Szenario so einfach vorstellen kann: wenn das in Afrika aus dem Ruder läuft, dann werden sich die dominierenden Industriestaaten definitiv zur totalen Quarantäne entscheiden, und Afrika einfach krepieren lassen – das tun sie zwar jetzt noch nicht, weil sie zum einen meinen, mit ihrer Medizin es noch im Griff zu haben, zum anderen weil ihnen im Endeffekt ihre eigene Haut am wichtigsten ist.

Dann sterben halt 4 Milliarden Menschen!

so what! geben wir es doch zu, es sind eh 4 Milliarden zuviel – jeder Gutmensch wird dir zustimmen – müssen wir es einer 9 Milliarden-Menschheit zumuten, irgendein Turbo-Sojaprotein oder Insekten zu fressen, nur damit wir diese Bevölkerungsexplosion in den Griff kriegen? Dann doch lieber einen krassen Schnitt durch eine Seuche, die die Überflüssigen ausmerzt. punktum. schöne, wenn auch faschistoide Phantasie. Und es passt so gut in die allgemeine Gefühlslage. trotz aller Aufklärung, trotz dem Kapitalismus im Winnerteam, geht gefühlt eigentlich alles grade den Bach runter. Der Exfeind Sowjetunion geriert sich zu einer zaristischen Reinkarnation, der Islam ist durch die Gegenwartsfragen so verstört, dass er nur schnellstmöglich seine Wahrnehmungsuhr um mindestens 1000 Jahre zurückdrehen will – und sie hassen alle Andersgläubigen – und die westlichen Puritaner, ob am Altar oder an der Börse, verhalten sich keinen Deut besser.

Wer setzt das Virus frei?

Es scheint, als wenn alle Beteiligten zielstrebig auf eine Apokalypse hinarbeiten – was ja, wie man inzwischen weiss, nicht den Weltuntergang bedeutet, sondern im Grunde genommen so etwas wie die Hoffnung auf: eine Renaissance. eine Wiedergeburt, auf Grundlage einer Tabula Rasa und eines Neuanfangs.

Grundsätzlich sind 4 Milliarden Menschen auch wirklich leichter zu händeln als 9 oder 11 Milliarden – 2 Milliarden würden auch vollkommen reichen – vorausgesetzt wir hätten den heutigen Wohlstand und das technische Know-How – aber wie soll solch eine Reduktion funktionieren? Eine Seuche ist da natürlich wie ein Gottesgericht, das macht vor keinem Halt, (wirklich?) und wird gleichmässig durch die gesellschaftlichen Schichten ihre Sense schwingen – es sei denn, jemand schraubt am Erreger, und lässt z.B. alle Afrikaner oder Asiaten, oder (warum nicht) – alle Kaukasier krepieren … (und wer kann am Ende noch die wohlstandserzeugende Hardware bedienen?)

Die seucheninduzierte Delete-Taste ist so eine leichte, schnelle Lösung – wie sonst sollte man zu den reduzierten Menschenmassen kommen? Welche andere Politik ist vorstellbar, um dieses Problem innerhalb von nur 100 Jahren zu lösen? In hundert Jahren hat sich die Weltbevölkerung wahrscheinlich wirklich auf 11 Milliarden hochgeschaukelt, aber mit einer satten Epidemie könnte sie sich in nur 30 Jahren auf die Hälfte reduzieren. What a dilemma!

Warum die Alarmlichter leuchten?

Ohne Vogel- und Schweinegrippe, ohne Ebola, würden die Medien nicht in der Art berichten, wie sie berichten. Diese mögliche Bedrohung durch eine Seuche, als übergeordnetes Regulativ zur Vermeidung von Überpopulationen, ist noch viel unheimlicher als das unverstandene Fremde der Kulturen – und eine potenzielle Wipe-Out-Bedrohung. Geschissen auf den Islamischen Staat. Und dass Jedermensch mit ein bisschen Technik und ausreichend Handlungsdrang solch eine Vernichtung anleiern kann, macht es noch unheimlicher.

Ohne die Todesnachricht von Robin Williams hätte ich wohl etwas optimistischer geschrieben …

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2 Kommentare zu “Überbevölkerung und Ebola

  1. tobiastwain
    13/08/2014

    Hi Reichweiter! Nee, der Beitrag gefällt mir nicht (Warum gibt es dafür noch keine Taste? Vermutlich aus Vorsicht vor einem Netzausfall wegen überbordender Negativität :-)). Manchmal ist es, glaube ich, doch ganz gut, sich einige Gedanken zu verbieten; auch und gerade, wenn sie sich aufdrängen. Zynismus führt auch nicht weiter.

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