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Aktuelles zum militärisch-industriellen Komplex

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Einmal Kopfrechnen und Kopfschütteln bitte

Nun ziehen die Amerikaner wieder in den Krieg, mit ihren neuesten Waffen, den F-22-Raptoren.

Laut heut-abendlichen Kommentaren auf Spon ist das längst veraltete Technik aus den späten 80ern, die aber die noch älteren F-35 Tarnbomber-Jets ersetzen sollen. Entscheidend dabei ist die Summe für diese letzteren Zweite-Generation-Stealths: die haben sich von geplanten 780  Mrd. auf 1,5 Billionen hochgeschaukelt !

hallo? 1,5 Billionen? Soviel haben sich die gesamten in Panik versetzten Börsenländer im Angesicht ihres fast zusammengekrachten Wirtschaftssystem mit Müh‘ und Not aus den Rippen geleiert, wohlgemerkt nur an Bürgschaften! Was für ein absurder Geldbetrag ist das denn?

Soll mir keiner sagen, dass Rüstungsindustrie nicht eins der besten Geschäfte überhaupt ist. Wenn sich die USA dann endgültig die Verschuldungskante geben – so what – der Rüstungsindustrie wird es egal sein, solange sie ihr Geld bekommt – bei dieser Summe wäre es wohl billiger, alle Arbeitslosen der USA mit Schnellfeuergewehren auszurüsten und einem gesicherten Sold von 10.000 Dollar pro Monat in die Bodenoffensive gegen den Islamischen Staat zu schicken !

 Die Sprengkraft der Zahlen

Vor fast 25 Jahren wollte die Armee 750 von diesen F-22 bestellen, die gestern noch mit einem Stückpreis von 169 Mio Dollar ausgepreisst wurden (das wären 126,75 Mrd. gewesen (vor knapp 25 Jahren!), im aktuellen Artikel aber schon mit 412 Mio Dollars benannt wurden, das wären 309 Mrd. gewesen – in 2006 beschränkt man sich noch auf  183 F-22 (bei einem Stückpreis sind das immerhin noch über 75 Mrd. – lt. der 412 Mio Stückpreis-Schätzung des US-Bundesrechnungshofs von 2012 – loads and loads and loads of money! Und das für Geräte, die voraussichtlich in 2017 in der Lage sein werden, moderne Luft-Luft-Raketen abzuschiessen, wie es ältere Kampfjetzs seit 10 Jahren schon können.

Es müssen ja nicht Arbeitslose sein, die mit sogar besserer Bewaffnung als ein AK-47 und einem monatlichen Versprechen in den Bodenkampf geschickt werden könnten – es gibt über 2 Millionen Gefängnisinsassen in den USA, von denen sich bestimmt Hunderttausend mit einem Hafterlass und gutem Geld auf dieses Abenteuer einlassen würden, für 10.000 würden sich auch genügend andere Söldner finden: 100.000 „Freiwillige“ bei 10.000 pro Monat ergeben für einen 12monatigen Einsatz mal schlappe Personalkosten von 1,2 Mrd. Dollar – natürlich kommen noch jede Menge Materialkosten dazu, aber wenn man sie nicht alle in überteuerte Stealth-Bomber setzt, kann es die aktuellen Preiskalkulationen kaum überschreiten.

Extrem absurd!

Ich hoffe aber, ich habe mich nicht verrechnet, weil ich das Meiste im Kopf gerechnet hab (mein Taschenrechner hat gar nicht so viele Nullstellen, und mit der x hoch irgendwas hab ich nie gearbeitet – tja, da bin ich schon etwas unsicher …

Aber gestern im ZDF heutennacht-Magazin erzählte mir der Moderator Andreas Klinner, dass die aktuelle Sonde zum Mars („Maven“)  den teuersten Kilometerpreis since ever hätte: 1 Mio Dollar pro Kilometer. Er rechnet mir vor, dass der Kilometer 1 Million Dollar gekostet hat, was bei einer Entfernung von 700 Millionen Kilometer zum Mars eben 700 Millionen Dollar gekostet hat – Achtung, Kopfrechner!

ähm, a) die Nasa erzählt mir, dass die Aktion hat weniger als 700 Mio. Euro gekostet, die Flugstrecke von 700 Mio Kilometer stimmt aber, und b) also im Kopf bin ich da nur auf einen Euro pro Kilometer gekommen, das ist billiger als ein Taxi … bin ich jetzt total verblödet? Hab ich was falsch verstanden? Oder liest der Moderator jeden Blödsinn vom Prompter ab? So einen würde ich ja nie an der Kasse einsetzen.)

Ich hab’s recherchiert – und er erzählt wirklich so einen Müll – hat sich irgendwer mal beschwert? leider kann ich hier grad keine audiofiles … doch, hier kommt der Link  – welcher Praktikant schreibt ihm denn grad die Texte? oh my goodness!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 23/09/2014 von in Alltags Watch, Geopolitik, Polemik, Uncategorized und getaggt mit , , , , .
Paul Fehm

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