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Menschen, Medien, Eimerketten

Facebook dreht den Datensauger auf

Lanier

Ab Freitag, dem 30.01.15 gelten die neuen Datenrichtlinien von Facebook – Damit holt sich Facebook bei den Usern die Genehmigung, auch ausserhalb von Facebook sämtliche Daten abzugreifen und damit einer weiteren kommerziellen Nutzung zuzuführen – Bitte fühlen Sie sich nicht länger beobachtet, fühlen Sie sich verwertet !!

Der Berliner Tagesspiegel berichtet ja schon seit 3 Tagen darüber, die SZ erwähnt es immerhin auch mal an 10. stelle, aber erstmal facebooks tolle Gewinnmarge, weil die ist zwar nie so geil wie die von Apple gestern, aber kommt doch aus der gleichen Ecke, in Zeit online gibt es auch an später Stelle erst mal nur die Börsenerfolgsmeldung, und über den Artikel kommt dann zu mal zu einer Erwähnung der neuen Richtlinien – die —

Die ab morgen, dem Freitag in Kraft treten, nach dem Motto, take it or leave it.
und der generelle Eindruck ist: die Medien kümmert’s einen Scheiss, einsame Rufer wie der Tagesspiegel weisen immerhin lange darauf hin, aber generell ist das ziemlich ausgeklammert. hatte Jaron Lanier nicht gerade ein Buch darüber geschrieben und einen Thriller, „Zero“, darüber geschrieben? komplett ausgeblendet – weil grad alle karnickelstarr nach Griechenland stieren, endlich eine wahre finanzielle Bedrohung, nicht so was schwammiges wie die Pegida, auf die sich kaum ein Finanzanalyst einlassen kann. oder einen Islamistischen Staat, dessen Alltag man im Wohlstandland ja nur als Angst und Abstraktion erlebt,
Facebook mogelt sich im Krisengeschnatter einfach durch – alle betrifft’s, die wenigsten bekommen es mit – oder ihnen ist die Datennutzung auch einfach egal – danke, facebook, aber welchen Mehrwert bietest du mir ? Und was machst du im Gegenzug mit meinen Daten, die du so üppig von mir bekommst und ab morgen legal auch ausserhalb von Facebook-Diensten sammeln darfst?  Das ist einfach dreist, weil Facebook jetzt sein Datamining nun rechtlich absegnen lässt.

Wenn ich schon seit 5 Jahren Smartphones und mobiles Internet nutzen würde, hätte ich mich aber wohl längst an diese unverfrorenen Datenanfragen bei Android oder dem Apple-Betriebssystem gewöhnt – Die Nutzer willigen in diesen Missbrauch ihrer eigenen Daten ja freiwillig ein ! so wie morgen wieder einmal.

Und ich steh da wie ein empörter Grünschnabel, und denke, frei nach Nina Hagen: „oh Smartphones, ich wusste nichts von euren Uferrn“ – dabei entpuppen sich die Ufer aber eher als seichte Abgründe.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 29/01/2015 von in Alltags Watch, Cross Media Kurs, Polemik und getaggt mit , , , , .
Paul Fehm

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