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Menschen, Medien, Eimerketten

Griechenland muss sich noch mehr anstrengen

kneeling down

Buckeln oder beugen

meinte damit ein offizieller Verlautbarer wohl heute eher (link wird auf Nachfrage nachgereicht).

Griechenland wurde vor allem deswegen hart an die Leine genommen, weil es irgendwelche Eurokriterien nicht erfüllt, und vor allem,weil sie auf einmal eine linke Regierung hatten, die Rechten, mit denen sie eine notgedrungene Koalition eingehen mussten, werden zwar mal gerne zitiert, aber jeder weiss, dass die Rechten selbst in diesen deutschen Leitmedien nicht das eigentliche Problem sind. Darum wurden sie auch nie so hochgekocht. Die Linken zu bashen ist allerdings schon obere Priorität, darum auch dieser Kampf, entweder ihr beugt euch dem Diktat oder wir schmeissen euch raus – das geht doch schon längst nicht mehr, sonst würden der dominante Schäuble und der zum Buckeln angeschnaubte Tsipras nicht schon seit Monaten so verhandeln –

Duda und dann doch die Linken

Gestern war das in den Leitmedien gut zu beobachten, erst und früh wurde der Überraschungssieg des Polen Duda leise bejubelt. ja, ein Europabefürworter, ein konservativ-neoliberaler Wirtschaftsfreund, jajaja, ein Streif am Horizont.(ich sah schon Siemensvorstände neue AKWs an Duda verkaufen). Doch gefolgt wurde das von den starken, wenn auch noch nicht umstürzenden Erfolgen der Linken Parteien in Spanien. 24 h später wird das schon mal als eine weitere Gefahr notiert. Zumindest in dem Börsengottesdienst der ARD oder ZDF. Einbrüche wg. der Wahlerfolge der linken Gruppierungen in den Kommunalwahlen in Spanien – die privaten Gläubiger reagieren nervös. Solche Sätze kann ich nie wirklich fassen.

Wer sind private Gläubiger ?

Erstens glaube ich, dass trotz all der Banken- und Griechenlandkrisen der Begriff des privaten Gläubigers beim Durchschnitts-Würstchengriller nicht wirklich angekommen ist; der ist ja auch ein bisschen unscharf. Also die privaten Gläubiger, die bei der Bankenkrise und auch in Griechenland mit deutschen Steuergeldern bezahlt werden, sind nicht Privatpersonen, die ihren Mercedes oder ihre Zweitwohnung auf Pump gekauft haben, oder deren 19jährige Tochter mit ihrer VisaCard für tausend Dollar Klamotten bei Versace gekauft hat. Private Gläubiger sind die Banken, die rechtlich als private Unternehmer definiert sind. Und diese privaten Unternehmerbanken lassen sich ihre selbst verursachten Spekulationsverluste von staatlicher Seite, über die Steuern der arbeitenden Bevölkerung, erstatten. Und für die viele Kohle, die sie bekommen, schicken sie ein Riesenheer von Lobbyisten los, um die Regulierungsmassnahmen, die mit solch einer staatlichen Massnahme eigentlich einhergehen sollte, ausser Kraft zu setzen!

Also erstens, ihr Bildzeitungsleser: private Schuldner in Griechenland mögen zwar viele private Griechen sein, so wie in Deutschland auch viele Personen mit Krediten bei ihren Banken in der Kreide stehen – aber die privaten Gläubiger in Griechenland sind die Banken, und die haben ihre Unterstützung bekommen – damit sie z.B. an andere Banken ihre Schulden und ihre Schuldversprechungen für schlechte Wertpapiere zahlen können, auch an die Deutsche Bank, nehme ich an.

der Duda-Streif am Horizont

den hab ich fast wieder aus den Augen verloren – war ja auch nur einen knappen Nachmittag aktuell –  dem Duda sein Gegenstück war nämlich der Podemos-Erfolg in Spanien – gleicher Tag – gegenläufiges Ergebnis – am frühen Abend wurden diese Ergebnisse, wenn auch noch leicht sträubend, öffentlich-rechtlich trotzdem gegenübergestellt. nicht als Gegenüberstellung genannt, aber es wurde berichtet.
Die Erfolge der Linken sind für eine Groko auch eher kontraproduktiv. Wir haben doch schon die Griechen am Hals, aber wenn jetzt noch die Spanier kommen? und die Italiener und Portugiesen werden zwar momentan noch als perfekt linientreu verkauft, aber da brodelt doch ähnlicher Widerstand. Warum brodelt da ähnlicher Widerstand? Weil es vergleichbare Unterwerfungsforderungen gibt. die auf Kosten der einfachen Leute geht. Die neoliberalen Wirtschaftbefürworter zwingen ihre eigennützig orientierte Ideologie auf: Freiheit für alle Wirtschaftsfaktoren, auch wenn dafür alle sozialen Mindeststandards beschnitten werden müssen. Alle systemerhaltenden Massnahmen werden über eine Beschneidung der Arbeitsrechte definiert. Der Mindestlohn ist nur eine Augenwischerei. ein Pseudoevent. Wir haben angeblich nur 2 oder 3 Mio Arbeitslose, aber wir haben auch x oder 2 Mio Aufstocker, Leute, die für so wenig Geld 20 oder 40 h in der Woche arbeiten, dass sie zum Amt gehen müssen, um aufzustocken. In England gibt es ähnliche Vertragsbedingungen, die jederzeit kündbaren Zeitverträge, je nach Bedarf, da scheint Cameron erst mal 100.000 von Jobs geschaffen zu haben, aber funktionieren tun sie wie dieser alte Witz über Bill Clintons Jobwunder: hey, Clinton hat eine Millionen Jobs geschaffen. Ich habe drei davon. Der Witz ist mindestens 20 Jahre alt, und doch aktuell, oder zeitlos?

N0ch mehr Leute ohne Jobperspektiven

Jetzt sollen 9000 Asylanten Deutschland zugewiesen werden. Realistischer an den Flüchtlingszahlene wären doch eher 90.000, oder? eher Minimum, Cameron will lieber gar keine, weil die Briten ausser commonwealth-affinen Staubwedlern für die Oberschicht eigentlich keine konkreten Mehrwerte schaffen – stattdessen lässt er per Queen Elizabeth eine Volksabstimmung zum EU-Austritt Grossbritanniens spätestens in 2017 verkünden. God hail the queen!

Die Abschaffung des Bargelds

Aber am unverfrorensten finde ich noch die Werbekampagne für die Abschaffung des Bargelds. Diese Politik wurde das erste Mal an dem kleinen Staat Zypern ausgetestet: dass Inhaber von Privatkonten für die Verfehlungen ihrer Banken haften. das heisst, dass Schulden der Banken durch die Bankeinlagen von Privatkunden gedeckt werden. Kein Problem, wenn dazu die spekulativen Grosskunden z.B. mit Tagesgeld herangezogen werden, aber eigentlich heisst das auch, dass die Kleinkunden herangezogen werden können.

Das hat man einfach mal ausprobiert, ob es da Widerstand gibt. und selbst wenn es da Widerstand gab, sind die russischen Investoren einfach weitergezogen, zu einer anderen Bank, man hat ihnen auch ein paar Wochen Zeit gegeben, für diesen Umzug, aber jetzt wollen sie auch flächengreifender das Bargeld abschaffen; in Frankreich und Italien anscheinend schon durchaus verbreitet, und was impliziert das? dass jeder Mensch, der mit Bargeld zahlt, verdächtig ist. – übrigens ein Fakt, der aus den USA auch schon lange vor 911 bekannt war – aber, dass jedem Menschen jederzeit sein Konto elektronisch gesperrt werden kann. welch besseres Druckmittel gibt es für ein totalitäres System heutzutage? Konten einfrieren von möglichen Staatsfeinden, ist doch normales Druckmittel. aber wenn ich mit meinem Geschreibsel jemandem unangenehm auffalle, dann kappen sie mir auch mein Minimum-Einkommen, und futsch de butsch, werde ich irgendwann terroristische Übergriffe auf Pommesbuden durchführen, um meine Familie auch bargeldlos durchzufüttern.

Dieser Wunsch nach Bargeld-Abschaffung passt so gut ins Gesamtkonzept von Vorratsdatenspeicherung und Facebook, dem worldwide patriot act, und einem volksentfernten Sicherheitsdenken.

Wie man einen Puma schiesst

In den USA erschiessen sie unangenehm auffallend viele Schwarze, aber einen Puma, der in eine Los Angeles Community eindringt, betäuben sie und bringen sie lebend in ein safer territory.

Der aktuelle Fifa-Skandal erzeugt da nur ein müdes Lächeln. Blatter tanzt weiter. Und hat von allem nichts gewusst.

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