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Menschen, Medien, Eimerketten

Mastbetriebe und Grüne Woche

incision

Diesen Bogen hat sie gut geschlagen, die Frau Miosga in den Tagesthemen vom 16. Jan.15

Selbst beim Rewe-sehe ich den Unterschied zwischen Bio und Mast. knapp 30 Euro pro Kilo im Vergleich zu 6 bis knapp unter 10 euro. Und der Organisator der brandenburgischen Bauern-Demo fragt einfach nach, wieviel sollen wir denn essen?

Das sind die Überschüsse der Grossmastbetriebe, die das Geschäft überhaupt lukrativ machen. Und die Überschüsse an die globale Welt verkaufen, in Afrika die gesamte Hühnerindustrie im Ansatz plattmachen.
Es geht nicht nur um die Frage, ob wir bereit sind, für biologisches Fleisch teuer zu bezahlen, sondern ob wir bereit sind, unseren Profit in der globalen Wirtschaft zu teilen. Natürlich profitiert die europäische Mastbetriebs-Industrie durch die europäischen Subventionen, natürlich macht sich das gut in einer makroökonomischen Betrachtung wie dem BIP-Wert.

Deutschland geht es gut. naja, der deutschen Wirtschaftselite tut es wirklich gut, den börsenorientierten Unternehmen ist sowas wohl noch wichtiger, aber im Grunde wird damit der Erfolg der Republik Deutschland gemessen (wie übrigens der vieler anderen Republiken auch): d.h., das Ranking ist recht wohlwollend, der Rubel rollt, die schwarze Null ist da nur so ein Traumfänger in Reichweite …

Neoliberalismus ist eine traditionsorientierte Wiedererweckungsbewegung

mit der das kapitalistische System in seiner sozialverträglichen Variante sukzessive zu den Akten gelegt wird. Die Rohstoffe werden knapp, werden teuer, die Gewinnmarge schwindet. Aber ohne gewohnt fette Renditen finden sich keine Investoren. Also werden die aus dem Überfluss entstandenen Arbeiterrechte zunehmend eingeschränkt. Damit die Arm-Reich-Schere auch verlässlich weiter auseinanderklafft. Obwohl, die armen Reichen wollen ihren gewohnten Zufluss ja nur behalten, den Status Quo wahren, schade, dass das dann meist auf Kosten der Armen geht, eine Scherenbewegunng macht.

Und aus dieser Situation muss sich zur Lösung der Flüchtlinge und Kriegsursachen eine komplette Umdenke ereignen. Sie merken ja schon, dass sie tierisch viel Kohle in den umliegenden Grenzländern investieren müssen, um den Flüchtlingsstrom nach Europa einzudämmen. Sie merken vielleicht sogar, dass sie die europäischen Agrarinvestitionen runterfahren bzw. abschaffen müssen, um der Armutsabwanderung dort entgegenzuwirken. Sie merken, dass sie ins eigene Land tierisch viel Geld, Mittel und Energie stecken müssen, um die Neuankömmlinge aufzufangen, sie mit den inländischen Gescheiterten wie den Rentnern und Arbeitslosen zu versöhnen.

Und dann müssen sie diese Feststellungen noch einer internationalen spätkapitalistischen Wirtschaftspolitik erklären, die sich überwiegend noch immer dominant durch Börsendaten statt durch Lebensqualitätsindexe definiert, die durch den Reichtum der Börsen wesentlich zu den sich vernachlässigt fühlenden und verarmenden Bevölkerungschichten beigetragen hat.

Aber das Axiom der unsichtbaren Hand und der freien (sozialen) Marktwirtschaft wird unverändert hochgehalten. Wo es sich doch davon zu verabschieden gilt !

Gerechte Umverteilung ist das zentrale Gebot. Da muss sich der Kapitalismus neu erfinden. Und vor allem vom neoliberalen Gedanken der very big Raushole verabschieden.

Schäubles Benzinsteuer und Gabriels 5000 euro E-Fahrzeuge

Diese Aufgabe wird wohl einer der schwierigsten sein. Schäuble mit seinem europäischen Benzin-Aufschlagsgedanken verstehe ich da nicht. Wenn er diese Idee wenigstens mit Sigmar Gabriels 5000 Euro Prämie für Elektroautos gekoppelt hätte, dann hätte da ja noch was draus werden können. Spült dann zwar nicht soviel Kohle rein, aber irgendwie könnte das die Kohle, sogar europaweit, eher abschaffen. Man muss nur ne Infrastruktur für E-Fahrzeuge aufbauen, Arbeitsplätze schaffen, dann auf Kohle verzichten, Vattenfall und RWE abschaffen, klare Linien ziehen. das ganze kontemporäre Geldsystem ins Wanken bringen. Leicht gesagt bei soviel Sturheit und systemischem Widerstand. Von Schäuble bekomm ich da nur die schwarze Null.

Konflikt ist immer Chance

Ich empfinde dieses ganze Konfliktknäuel als eine Chance. In Deutschland kocht das gerade mal seit einem guten halben Jahr hoch, es werden unsäglich atavistische und auch berechtigte Fragen aufgeworfen, es gibt einen klaren Schnitt zwischen Politik und gelebter Zivilgesellschaft, und damit weise ich auf den Bruch zwischen Politik und Zivilgesellschaft hin, weil Politik sich staatsformend eher einem System als der Bevölkerung zuwendet, aber die Zivilgesellschaft schafft eine auffangende Gegenleistung zum polit-wirtschaftlichen System. Sollte sich die Zivilgesellschaft mal zu einem Generalstreik hinreissen lassen, würde das technokratische Staatssystem komplett versagen. Das ist eine Kraft, deren wir uns bewusst sein sollten.

Es gibt ein Bewusstsein, warum wir uns zivilgesellschaftlich so engagieren. und das ist abweichend von der politischen Linie, die hier in Deutschland grad sehr undeutlich ist.

Es gibt ein Bewusstsein, dass viel von dem Unheil durch unser eigenes Wohlstandsverhalten entstanden ist. Ein weit verbreitetes schlechtes Gewissen ist vielleicht nicht die beste Voraussetzung für einen gesellschaftlichen Diskurs, aber zumindest eine Grundlage. Systembereinigt ist die Faktenlage der letzten Jahrhunderte aber auch so schon erdrückend.

Krass finde ich, dass niemand weiss, ob die Faschos oder die Gutmenschen das Spiel gegen das kapitale System gewinnen. und wem es hinterher besser geht.

erst mal das Masttier befreien … glückliche Hühner schlachten.

sie in einem neuen gegenseitigen Einverständnis verspeisen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 17/01/2016 von in Albtraum, Alltags Watch, Europa, Geopolitik, Media Watch, Politik - Inland und getaggt mit , , , , .
Paul Fehm

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