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Menschen, Medien, Eimerketten

Drogentests für Gipfelrunden

Eine Forderung

Ich hab das schon mal angesprochen,  momentan tagen die EU-Vertreter wieder bis zum Abwinken und stunden-, wenn nicht tagelang. 28 Stunden-Marathons sind spätestens seit der Griechenland- oder Finanzkrise an der Tagesordnung.

Mal ganz ehrlich: wie soll mensch sich das vorstellen? Eimerweise Kaffee oder Red Bull in sich hineinkippend? Wieviel Pinkelpausen muss mensch dann ja von der eigentlichen Verhandlungszeit abziehen?

Oder: wieviel Gelegenheiten gibt es bei diesen Pinkelpausen, sich belebende Substanzen reinzuziehen? Jeder LKW-Fahrer bekommt nach 6 Stunden seine Pflichtpausen, aber die Politiker brauchen sowas anscheinend nicht – Power-Napping könnte es ja vllt. noch erklären, aber tun sie das, wurde darüber schon berichtet?

Nö. Also gehen wir davon aus, dass sich krass übermüdete Wichtigentscheider in körperlichen Erschöpfungszuständen ständig zu Entschlüssen hinreissen lassen, die sie auf der Grundlage einer körperlichen Fahrlässigkeit definitiv nicht mehr zum Steuern eines eigenen Fahrzeugs legitimieren, aber die Weltpolitik, die können sie anscheinend dann noch immer regeln. Das ist doch absurd.

Wollen uns die Politiker einreden, dass sie durch diese Verhandlungsmarathons ihr Engagement belegen? Jeder Mensch wird müde innerhalb von 24 Stunden und braucht Schlaf, für Kraft, Verarbeitung und Weiterschaufeln. Wenn Politiker aber über 3 Tage Extrem-Verhandlungen führen, und dies nicht nur ein oder zwei Mal, sondern sich dieser Habitus, na ja, eben als Gewohnheit einschleust, dann stellt sich automatisch die Frage, wie halten die das durch? Und erfahrungsgemäss geht das ohne Drogen gar nicht.  Es sei denn, ihr bringt mir Belege über das Power-Napping in Regierungskreisen.

Ich habe das Gefühl, dass diese Powerrunden wie ein Lorbeerzweig vermarktet werden: schaut nur, welche Kraft und welchen Aufwand ich dieser Problemlösung zu opfern bereit bin … aber es belegt gleichzeitig die Unmöglichkeit, solchen Mammutsitzungen durchgehend mit optimaler Aufmerksamkeit zu folgen. Die Medien erklären bis jetzt nicht, woher diese Politiker ihre Kraft beziehen, sondern glorifizieren indirekt diese Extremsitzungen. Das ist nicht realistisch. Einen LKW-Fahrer mit Risikogut würde man nie seine Route über 24 Stunden non stop fahren lassen. Aber bei den Politikern hinterfragt niemand deren Kompetenz.

Ich hab da einfach Gruselbilder im Kopf, von total übermüdeten Politikern, die sich in einem 36 stündigen Marathon der Entscheidungen befinden, gar nicht mehr klar denken können, aber dann noch fundamentale Entscheidungen treffen müssen – Der Ge- oder Missbrauch von Amphetaminen oder Koks in Regierungskreisen wird ja immer wieder mal bestätigt, bestimmt gibt es auch andere, unauffälligere Wachmacher, die sich Polit-Entscheider zum Frischhalten einpfeifen, jenseits von red bull, aber keiner redet darüber.

Für mich rufen Politiker in diesen Extrem-Sitzungen nur eine Vorstellung hervor: entweder sie sind dem stärkenden Einfluss von Schlafphasen entwöhnt und können dann ihr schwieriges Tagesgeschäft weiterführen, oder sie tagen tagelang unter Schlafmangel und werden zunehmend unberechenbarer, alternativ nehmen sie aufputschende Drogen, die sie diese Marathons durchhalten lässt.

Beides erzeugt nicht wirklich Vertrauen.

Vor dem Asylpaket 3 würde ich auf jeden Fall parlamentarische Urintests einführen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 20/02/2016 von in Albtraum, Europa, Media Watch, Polemik, Politik - Inland, TV Watch und getaggt mit , .
Paul Fehm

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